| Kadertraining: Von der Pike auf |
| Geschrieben von: Beatrix Kromp |
| Sonntag, den 29. Januar 2012 um 16:53 Uhr |
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Heuer ist die EM besonders spät – erst in der zweiten Mai-Hälfte. Die Folge daraus: es stehen überdurchschnittlich viele Wochenenden für Kadertraining zur Verfügung, die unsere Coachs gerne nützen, um uns die Grundlagen des Kendo von der Pike auf einzubrennen (wer jetzt an Fußsohlen und Muskeln denkt, liegt richtig…). Den ersten Ganzkörpermuskelkater brachte uns... Das Kamae…das nach Anleitung von Kamemoto-Sensei wie folgt aufgebaut wird: Wir stellen uns mit nach vorne geneigten Oberkörper auf den rechten Fuß, verlagern das Gewicht auf den linken Fuß, bis die Ferse fast den Boden berührt, und richten mit den Rückenmuskeln den Oberkörper auf, bis er aufrecht ist. Das linke Bein ist gestreckt! Weil das Gewicht so weit vorne liegt, zieht einen die Shinaispitze nach vorne – um nicht umzukippen, werden die Bauchmuskeln aktiv. (Jetzt wird auch klarer, warum so vielen von uns im Anfängerkurs die Shinaispitze nach oben rutscht – das ist nämlich ein viel entspannteres – aber wenig sinnvolles – Kamae…) Übrigens: die meisten von uns stellen sich ins Kamae, indem sie das Shinai in die rechte Hand nehmen und die linke dazulegen. Um das Kamae zu überprüfen, sollte man erst die Linke in Position bringen – das Shinai wird mit dem kleinen Finger und dem Ringfinger gehalten - und die Rechte locker dazulegen. In einer Halle in Linz hatten wir die Möglichkeit, das Ergebnis im Spiegel zu begutachten – ich glaube, niemand war mit sich zufrieden! Vor allem uns Mädels erschien es wie die Quadratur des Kreises, weil bei fast allen das Do die Oberarme auseinanderdrückt, was ein korrektes Kamae und saubere Suburi fast unmöglich macht. Ich hab schon experimentiert und beschlossen, ein besser passendes Do zu kaufen. So, und jetzt kommen die brennenden Fußsohlen ins Spiel: SuburiDer Impuls geht von der linken Körperhälfte aus. Das linke Bein ist möglichst gestreckt zu halten, auch beim Rückwärtsgehen! Der linke Arm zieht das Shinai nach dem Ausholen in die Schlagposition. Wichtig: Linke Hand und Monochi müssen gleichzeitig (nach dem kürzest möglichen Weg) die Schlagposition erreichen. Viele ziehen erst die Hand nach unten und kippen dann die Shinaispitze nach vorne. Während der Suburi kann man immer wieder nach Erreichen der Endposition die rechte Hand vom Griff nehmen und Handgelenk (Kirite) der linken kontrollieren – auch bei den Jogeburi muss man sich anschaun, wo die linke Hand landet – und natürlich die Konsequenzen ziehen! Es folgte eine beispielgebende Lektion von Shinsuke über den FumikomiMusashi sagt zum Thema Beinarbeit beim Kendo: Sie ist genauso wie beim Gehen. Aber: Die Japaner waren früher immer in Schlapfen unterwegs, und damit die nicht bei jedem Schritt vom Fuß fallen, sind sie leicht nach vorn geneigt gegangen und haben die Füße nicht gehoben. Davon kommen die Suriashi, die uns schuhgewohnte Westler heute beim Kendo beschäftigen. Durch eine Vielzahl von Übungen sollten wir erspüren, wie wir aus dem Kamae – mit gestrecktem linken Bein – die Massenträgheit nicht nur überwinden, sondern sogar ausnützen, um gute Angriffe mit Fumikomi und starkem Zanshin auszuführen.
Shinsuke hat mehrmals betont, dass es nicht notwendig ist, nach vorne zu springen! Wir müssen nur eine relativ kleine Distanz überwinden, es reicht, mit gestrecktem linken Bein „die Trägheit auszunützen“! |